Zukunft der Markise
Überall beliebt
Sie schmückt unsere Terrassen und Balkone, schützt vor Sonne und Regen und sieht dabei auch noch gut aus. Die Rede ist von der Markise. Ob als Kassetten-, Korb-, Fassaden- oder Wintergartenmarkise, das bunte Tuch ist aus vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken und prägt teilweise die Erscheinungsbilder ganzer Wohnsiedlungen.
Kein moderner Geistesblitz
Dabei ist die Markise keineswegs eine Erfindung moderner Tüftler. Ihr Ursprünge sind bei weitem älter und reichen zurück bis in die Antike. Wen wundert das, schließlich haben die alten Griechen und Römer schon das ein oder andere entworfen, was selbst aus heutiger Sicht noch als fortschrittlich zu bezeichnen ist, wie etwa die Aquädukte oder fließend Wasser in den Häusern.
Ein altes Handwerk
Aber zurück zur Markise. Schon in der Antike also dienten die mit Tuch bespannten Gestelle dazu, die Menschen vor der Sonne zu schützen und sahen dabei unseren aktuellen Modellen
sogar schon recht ähnlich. Wer genau einst diesen Geistesblitz hatte, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, doch sicher ist, dass die geschichtliche Entwicklung der Markise wohl
ziemlich eng mit dem Handwerk des Jalousien- und Rolladenbauers stehen dürfte. Diese Art des Handwerks hatte bereits Tradition, bevor der Beruf als solcher sich etablieren konnte,
denn er existiert erst seit dem 20. Jahrhundert und wurde 1936 offiziell anerkannt. Allerdings gibt es Unterlagen, die besagen, dass sich der Berufsstand ein ganzes Stück früher entwickelte und etwa seit Mitte des 18. Jahrhunderts in Ansätzen vorhanden war. Zu dieser Zeit war die Markise schon ein beliebter Sonnenschutz vor den Fenstern herrschaftlicher Anwesen, da nur diese Gesellschaftsschicht sich das auch leisten konnte. Die vor Sonnenlicht sowie neugierigen Blicken schützende und dekorativ wirkende Markise war also damals auf gewisse Weise ein Statussymbol. In Folge dessen erfreute sie sich bald großer Beliebtheit.
Vom Statussymbol zur Massenware
Die steigende Nachfrage machte es möglich, im Jahr 1854 in der Hafen- und Hansestadt Hamburg bereits die erste Fabrik zur Herstellung von Jalousien zu eröffnen. Daraus entstand
die industrielle Herstellung, die dazu führte, dass auch weniger wohlhabende Leute sich die Fensterverdunkelungen leisten konnten. In Hamburg spezialisierte man sich darauf, in erster
Linie so genannte Zugjalousien zu fertigen, die durchaus schon mit den heutigen Markisen verwandt sind. Im Gegensatz zu unseren Materialien wie speziellen Kunststoffen oder Alu
verwendete man damals allerdings noch Holz, Tragebänder und Schnüre. Nicht nur das Material unterscheidet die neuen Modelle von denen der Anfangszeit. Auch das Design hat
sich unseren Ansprüchen angepasst. Pflegeleicht sollten sie sein, schier unbegrenzt haltbar und schick. Daher verschwanden auch die Rollläden aus Holz in den 70er Jahren fast vollständig vom Markt und wurden durch die Modelle aus Kunststoff oder Aluminium, die zudem auch noch billiger waren, ersetzt. Mittlerweile sind die Markisen zudem elektrisch bedienbar, mit Regen- oder Sonnensensorautomatik ausgestattet und damit ein Hightech-Produkt erster Klasse. Und so, wie sich die Markise im Lauf der vergangenen Jahrhunderte stetig weiterentwickelt hat, wird sie es auch in Zukunft tun. Wir dürfen also gespannt sein.






